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SUMMARY:"... z.Zt. der Zigeunererfassung in Wilhelmshaven wohnhaft gewesen." - Zur Verfolgung der Sinti und Roma in Weser-Ems
DESCRIPTION:Vortrag von Dr. Hans Hesse (Köln)\nMusikalische Umrahmung: Sinti Swing Oldenburg\n\nGeorg Frank und seine Tochter Ella bei einer Artistennummer\, ca. 1938\nWenig ist bisher über die Geschichte und das Schicksal der ethnischen Minderheit der Sinti und Roma in der NS-Zeit bekannt. Mit dem Historiker Dr. Hans Hesse (Köln) konnte das GröschlerHaus Jever jetzt den besten Kenner der Materie für den Raum Weser-Ems gewinnen. Dr. Hesse Autor ist Autor mehrerer Bücher  zum Thema und gibt einen Einblick in aktuelle Forschungsergebnisse am Beispiel ausgewählter Sinti-Familien. \nAnlass der Veranstaltung sind zwei Jahrestage: Am 15. Dezember 1938 wurde die Familie Frank von Leer nach Wilhelmshaven vertrieben. Vier Jahre später\, am 16. Dezember 1942 – also vor bald 80 Jahren – ordnete der berüchtigte   „Auschwitzerlass „ von „Reichsführer SS“ Himmler die Deportation der Sinti und Roma aus ganz Europa in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau an. \nZunächst zum ersten Jahrestag: Am 15. Dezember 1938 verließ der Sinti-Familie Frank ihr langjähriges Winterquartier in Leer. Zur Familie gehörten Grete Frank und ihr Ehemann Georg Frank und  sechs Kinder\, sowie drei Geschwister von Georg Frank: Anita\, Alois und Hugo Frank. Ihr neuer Wohnort war der Schützenplatz im Wilhelmshavener Ortsteil Bant. \nEin solcher Umzug im Winter ist ungewöhnlich. Es ist dies ein deutlicher Hinweis darauf\, dass die Familie gehen musste. Hintergrund ist der Erlass „Bekämpfung der Zigeunerplage“ vom 8. Dezember 1938. Er legte in Abschnitt D fest\, dass Sinti und Roma „aus den an die Reichsgrenze angrenzenden Landkreisen und Stadtkreisen mit polizeilichen Mitteln fernzuhalten“ seien. Nur bereits sesshafte Sinti und Roma durften sich dort weiter noch aufhalten. Da die Familie Frank aber in Wohnwagen lebte\, wurde sie offenbar nicht als „sesshaft“ angesehen. Die künstlerischen Berufe der erwachsenen Mitglieder der Familie Frank – Musiker und Artist – machten im Übrigen Reisen während der Sommermonate notwendig. \nDer Erlass erging eine Woche\, bevor die Familie Leer verließ – ein starkes Indiz dafür\, dass die Familie vertrieben wurde\, zumal sie auch in den folgenden Jahren nicht mehr nach Ostfriesland zurückkehrte. \nVier Jahre später\, am 16. Dezember 1942\, unterzeichnete Himmler den bereits genannten Auschwitz-Erlass. Er ordnete die Deportation von Sinti und Roma aus ganz Europa in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau an –  unter ihnen 10.000  Sinti und Roma aus dem damaligen deutschen Reichsgebiet. Insgesamt wurden im okkupierten Europa mehrere Hunderttausend von ihnen in Konzentrationslagern oder durch Einsatzgruppen der SS ermordet. Seit 1994 ist der 16. Dezember  der Gedenktag für den Völkermord an den Sinti und Roma. \nIn der Folge des Erlasses wurden im März 1943 Grete Frank und ihr Ehemann Georg Frank und die Kinder\, die zu diesem Zeitpunkt in Zetel lebten\, über den Bremer Schlachthof nach Auschwitz-Birkenau in das so genannte „Zigeunerfamilienlager“ deportiert. Fast alle von ihnen wurden ermordet. \nWas aber geschah mit den anderen Familienmitgliedern? Aus Anlass der Jahrestage der Vertreibungen präsentiert Dr. Hesse seine bislang unveröffentlichten\, neuesten Forschungen zu dem bisher unbekannten Schicksal der Geschwister von Georg Frank. \nDer Historiker wird gleichfalls seine Forschungsergebnisse zur Verfolgung der Oldenburger Sinti-Familie Mechau präsentieren\, die in Auschwitz Opfer von Menschenversuchen wurde. Er wird außerdem einen bislang unbekannten Zeitzeugenbericht zum Geschehen in dem Vernichtungslager vorstellen. \nDie musikalische Umrahmung gestaltet die Combo „Sinti Swing Oldenburg“ des Oldenburger Gitarristen und Sängers Barono Schwarz im Stil von Django Reinhardt. Er ist ein Enkel von Überlebenden. Seine Großmutter wurde 1943 von Zetel nach Auschwitz\, sein Großvater 1938 von Jever in das KZ Sachsenhausen verschleppt.
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SUMMARY:"Komm Und Sieh" - Der Rapper grim104 im Gespräch im GröschlerHaus
DESCRIPTION:Kurzfristig möchten wir Sie auf folgende Veranstaltung hinweisen. Vielleicht haben sie Zeit zu kommen? Es lohnt sich!\nEintritt frei \nDer bekannte Rapper grim104 (Moritz Wilken) aus Berlin hat vor ein paar Monaten die Arbeit des GröschlerHauses  Jever mit einer Spende gefördert. Diese kam durch eine wohl einmalige Aktion zustande\, in deren Mittelpunkt das Video zum aktuellen Song „Komm Und Sieh“ steht. Der Text und Wilkens expressiver Rap bringt die unaufgearbeiteten Hinterlassenschaften der NS-Zeit in Zetel\, wo der Künstler aufwuchs\, emotional zum Ausdruck. „Komm Und Sieh“ ist auf youtube frei verfügbar. \nAuf dem Video ist nicht ein abgefilmter Rapper zu sehen\, sondern sehr viele  hintereinandergeschaltete  Zeichnungen der Illustratoren Laurin Schuh und Liam Tanzen. Die Originale wurden verkauft und der Erlös dem GröschlerHaus gespendet. Wilken war auf die Website des „Zentrums für Zeitgeschichte“ www.groeschlerhaus.eu gestoßen und hatte dort endlich Informationen über die NS-Zeit der Region erhalten. \nIm Rahmen des Gesprächs mit grim104 werden das Video und einige der originalen Zeichnungen gezeigt. \nWilken wurde vor 10 Jahren über das Duo „Zugezogen Maskulin“ – zusammen mit dem Hip-Hop-Musiker Testo – bekannt und steht beim renommierten Hamburger Independent-Label Buback unter Vertrag.  Seine Veröffentlichungen unterscheiden sich ästhetisch und textlich weit vom Standard von sonstigem Rap auf Deutsch\, so dass der Bezug auf Rap an sich fast irreführend erscheint. Der Künstler lotet die eher dunklen Ecken der Gegenwart aus\, zerstört bitterböse manche Illusionen\, nimmt aber sein Publikum immer mit auf seine musikalische Reise.  Für die Zeitschrift „Musikexpresss“ gibt grim104 die passende Antwort auf die „blutleeren Jungunternehmer und Mittelschichtsschocker auf dem Boulevard der Sido- und Bushido-Schule.“
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