Im Jahr 2025 führte der Arbeitskreis GröschlerHaus 22 öffentliche Veranstaltungen durch, sieben in eigener Regie und 15 zusammen mit Kooperationspartnern wie Mariengymnasium Jever, Schloss Jever, Kulturzentrum LOK Jever, Kinofreunde Friesland, Stadtarchiv Wilhelmshaven, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Sinti-Verein Oldenburg oder Stolpersteine Wilhelmshaven.
Über die Veranstaltungen und über die Öffnungszeiten der Dauerausstellung zur jüdischen Geschichte Jevers im GröschlerHaus wurden insgesamt 2.200 Menschen erreicht, 10% Prozent mehr als im Jahr 2024. Im Kontakt zu den Schulen gab es einen großen Fortschritt: Das Mariengymnasium machte für alle 10. Klassen einen speziell vorbereiteten Besuch der Dauerausstellung zum festen Bestandteil des Lehrplans. Als Magnet erweist sich weiterhin die Ende 2023 in Betrieb genommene virtuelle Rekonstruktion der Synagoge von Jever. Zunehmend besuchen auch Touristen aus ganz Deutschland und dem Ausland das GröschlerHaus, meist angeregt durch den Internetauftritt der Einrichtung.
Ein Höhepunkt des Jahres war sicherlich das „Grenzenlos Festival II“, dessen vielfältige Veranstaltungen von Musik, Kunst und Politik am 20. September 2025 rund 400 Besucher im LOK Kulturzentrum zusammenführte. Darunter waren auch Nachkommen von Holocaust-Überlebenden aus England. Ein Urenkel des Haus-Namensgebers Julius Gröschler stieg bei der Combo Andrae / Bahlmann / Harjes spontan auf der Elektrogitarre mit ein. Bedeutsam für die Zukunft des Gedenkens in Jever war im März die Auftaktveranstaltung für die Initiative „Stolpersteine Jever“, die das GröschlerHaus fachlich unterstützt.
Die Internetzeitschrift und Website www.groeschlerhaus.eu ist weiterhin ein Wegweiser ins GröschlerHaus.Sie bietet zahlreiche wissenschaftliche Artikel, Materialien und Fotos zur jüngeren Regionalgeschichte und besitzt einen hohen Bekanntheitsgrad. 70.000 Besucher riefen im letzten Jahr die Seite auf. Die beachtliche Steigerung um 40% im Verhältnis zum Vorjahr ist teilweise auf den verstärkten Einsatz der Seite durch Schulen zurückzuführen. Die Mitarbeiter beantworten die häufig eingehenden Anfragen aus dem In- und Ausland zu geschichtlichen und biografischen Fragen und stellen für Publikationen Abbildungen zur Verfügung. Die Ausstellung „Jüdische Ärzte und Ärztinnen in der NS-Zeit“ der Landesbibliothek Oldenburg im Mai konnte mit Fotos und Informationen zu Dr. med. Sophie Prag und Dr. med. Alfred Löwenberg unterstützt werden.
Der Arbeitskreis GröschlerHaus im Jeverländischen Heimatverein besteht gegenwärtig aus elf Personen. Die Ehrenamtlichen bekommen für ihre Arbeit nach wie vor verlässliche Unterstützung durch den Landkreis Friesland, die Stadt Jever, das Schloss-Museum Jever, die Heeren-Stiftung und das weitverzweigte Netzwerk an Kooperationspartnern. Zu danken ist auch den vielen Förderern aus Zivilgesellschaft, Geschäftswelt, Politik und Medien. Ohne sie alle könnte die Geschichtsarbeit des GröschlerHauses, die Einsatz für eine demokratische Gegenwart und Zukunft ist, nicht aufrechterhalten und weiterentwickelt werden.
Das GröschlerHaus hat im Winterhalbjahr donnerstags von 15 bis 18 Uhr und freitags von 11 bis 14 geöffnet. Weitere Besuchszeiten können vereinbart werden.
Im Jahr 2026 soll weiterhin die Verstetigung der Kontakte zu den Schulen und anderen Bildungseinrichtungen im Focus stehen. Die Veranstaltungsreihe für 2025 wird gegenwärtig entwickelt.
H. Peters, 5. Jan. 2026
