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Fundstücke zur Geschichte der BIPoC in der Region Friesland / Wilhelmshaven

Do., 05.03.2026 , 19:00

Powerpoint-Vortrag von Hartmut Peters

Die Geschichte der BIPoC (Black, Indigenous, People of Color) der Region Friesland / Wilhelmshaven ist noch eine Leerstelle.

Wer weiß schon, dass einst ein Schwarzer den Hof der Regentin Maria von Jever besuchte, 1751 in Wittmund zwei versklavte Menschen aus der Karibik lebten und der afro-amerikanische Musiker Sun Ra, Begründer des Afro-Futurismus, 1988 in Wilhelmshaven auftrat? Seit 1860  wurden auf den Jahrmärkten von Jever in sogenannten „Völkerschauen“ Menschen aus allen Erdteilen ausgestellt.

Anzeige für eine „Völkerschau“ auf dem Schützenfest von Jever im Jahr 1860 (Jeversches Wochenblatt, 28.7.1860)

Seit 1920 bildeten sich selbst im abgelegenen Jeverland Jazzbands. 1937 brachte der NS-Funktionär Hans S. Ziegler die berüchtigte Nazi-Ausstellung „Entartete Musik“ auf den Weg – und wirkte nach dem Krieg unbehelligt als Musiklehrer auf Wangerooge.

Sun Ra am 7. Mai 1988 im Wilhelmshavener Kommunikationszentrum Pumpwerk (Foto: H. Peters)

Der Referent bietet keinen Vortrag im streng wissenschaftlichen Sinn an.  Fundstücke wie diese sollen für ein Thema sensibilisieren, das – mit Rassismus und Kolonialismus eng verbunden – bisher kaum Aufmerksamkeit gefunden hat. So nächtigten Sun Ras Afro-Futuristen ausgerechnet in einem Hotel am Valoisplatz. Victor Valois war aktiv an den brutalen kolonialen Einsätzen der kaiserlichen Marine in Afrika beteiligt und im imperialen Wilhelmshaven hochgeschätzt. Der Soziologe und Historiker Hartmut Peters arbeitet ehrenamtlich am Zeitgeschichtszentrum GröschlerHaus Jever. Der Vortrag findet im Rahmen des „History Month“ statt, das vom Forum Koloniales Erbe Wilhelmshaven organisert wird.

Eintritt frei

Gröschlerhaus

Große Wasserpfortstraße 19
Jever, 26441 Deutschland
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