Hans-Jürgen Klitsch: „Joseph Mendelssohn aus Jever (1817- 1856) – ein jüdischer Autor mit spitzer Feder“
Do., 18.06.2026 , 19:00
Buchpräsentation
Eintritt frei!
Der Dramatiker, Lyriker und Reiseschriftsteller Joseph Mendelssohn (1817–1856) aus Jever war auch ein Meister der spitzen Feder, der sich weder vor den literarischen Größen seiner Zeit noch vor den Hamburger oder Berliner Kulturkreisen scheute. Am 18. Juni 2026 präsentiert Hans-Jürgen Klitsch die erste Monographie überhaupt über diesen fast vergessenen Sohn der Marienstadt. „Joseph Mendelssohn: Jüdischer Autor aus Jever – ein streitbarer Jungdeutscher in Paris, Hamburg und Oldenburg“ ist in der Schriftenreihe der Oldenburgischen Landschaft beim Verlag Isensee, Oldenburg, erschienen und wirft einen Blick hinter die Kulissen der demokratischen Vormärz-Literatur.

Joseph Mendelssohn ist ein jüngerer Bruder des Oldenburgischen „Turnvaters“ Salomon Mendelssohn, nach dem seit 2010 die Sporthallen des Mariengymnasiums Jever heißen. Das Elternhaus stand an der jeverschen Schlachte, das Grab des Vaters hat sich auf dem jüdischen Friedhof bei Schenum erhalten.

Joseph Mendelssohn entwickelte sich zu einem Virtuosen des Wortgefechts und legte sich gerne mit Autoritäten in einer Mischung aus Witz und Ironie an. In seinen „Pariser Briefen“ (1841) verspottete er beispielsweise Heinrich Heine, den er dort traf, und übte in dem Hamburger Almanach „Theater-Teufel“ (1848) Schmähkritik in alle Richtungen. Sein Mäzen Salomon Heine, den er biographisch würdigte, verstarb Ende 1844. Die März-Revolution von 1848 scheiterte, Mendelssohn starb mit 39 Jahren in Armut. Obwohl der genannte Almanach und sein Reisebericht über Oldenburg „Eine Ecke Deutschlands“ (1845) in den letzten Jahrzehnten neu aufgelegt wurden, ist Mendelssohn fast unbekannt geblieben. Nach akribischer Quellenarbeit hat Hans-Jürgen Klitsch nun einen Beitrag vorgelegt, diese Lücke zu schließen. Veranstalter ist der Arbeitskreis GröschlerHaus im Jeverländischen Heimatverein.

